Foto: Archiv Gerstner/Biesel

hinten v.l.: Erich Eisenbarth, Siegfried Engel, Jürgen König, Ludwig Knobe ("langer Louis")

vorne v.l.: Donatus Schmidt („Fischer“), Josef Jenal, Mathias Mees, Dietmar Gerstner

es fehlen aus diesem Jahrgang: Donatus Jenal, Manfred Brost ("Hering"), Hermann-Josef Geid, Josef Gleßner, Karl Heinrich Laick und Erwin Brost ("Sommer", Neffe von Manfred Brost, wohnte im selben Haus) 

Aufnahmeort: ASKO-Treppe, heute Heizungsbau Martin Brack

 

Als Ziehungsbuben bezeichnete man junge Burschen (vor Vollendung ihres 18. Lebensjahres), die zur Musterung bestimmt waren.

 

Musterung

a) allgemein:

Musterung ist eine Untersuchung der körperlichen und geistigen Eignung eines Menschen für den Wehrdienst.

Während der Zeit der Wehrpflicht (1956 bis 2011) war die Musterung für alle männlichen Staatsangehörigen in Deutschland gesetzlich geregelt. Seit Aussetzung der Wehrpflicht ist die Musterung nur noch bei einer freiwilligen Aufnahme in die Bundeswehr notwendig. Je nach körperlicher Verfassung gab es folgende Einstufungen der Wehrpflichtigen in Tauglichkeits-grade:

- tauglich

- eingeschränkt tauglich

- vorübergehend untauglich

- dauernd untauglich

Aber auch in der Verwendbarkeit, also die Fähigkeiten und Kenntnisse, die einen Wehrpflichtigen für bestimmte Tätigkeiten besonders befähigten, wurde entschieden.

Es gab auch Wehrdienstausnahmen z.B. Verheiratete, für bestimmte Berufsgruppen (z.B. Landwirte, Bergleute) und Organisationen (Katastrophenschutz wie Feuerwehr, DRK, THW u.a.).

Nicht jeder Wehrpflichtige wurde sofort zum Wehrdienst herangezogen. In vielen Fällen wurde eine Zurückstellung gewährt, z.B. Besuch einer Schule oder für die Zeit einer Ausbildung.

Außerdem bestand die Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern.

 

b) in Landsweiler

Im Regelfall gab es eine Sammeluntersuchung der Ziehungsbuben eines Ortes im Kreiswehrersatzamt (Saarlouis). Für diesen Tag staffierten sich die Kandidaten mit einem Strohhut, einem Bambusspazierstock und einem Anstecker aus. Oft zogen sie nach der Musterung in Landsweiler von Haus zu Haus, um Eier zu sammeln. Diese wurden dann abends in einer Wirtschaft (z.B. beim Schässchen oder off der Mill) von der Wirtin als Rühr- oder Spiegeleier zubereitet. Der abgebildete Jahrgang verzichtete jedoch auf das Sammeln von Eiern. Die angegebene Jahreszahl ist lediglich als grobe Einordnung zu verstehen. 

Die letzten organisierten Ziehungsbuben waren 1968 (?) unterwegs (Geburtsjahrgang 1950).

 

Das Bild sowie der dazugehörige Text wurden von Allé Biesel zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden ergänzende Informationen von Hermann Brachmann hinzugefügt. Vielen Dank dafür an beide! Allgemein sind ergänzende Informationen (am besten per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) immer willkommen.  

 

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