Bild: Archiv Familie Jochem.

Auf dem Bild sind zu sehen ist der Motorsportclub bei der Hunsrückrallye 1989. Die Personen sind (von links nach rechts):

Hans Werner Mees ("HW"), Martin Brack, Hans Jochem ("Vadder"), Roland Starjakob, Hans Schmitt ("Seel"), Gerhard Schmitt ("Stracker"), Christoph Brauner, Christoph Waschbüsch, Berthold Hassel, Wolfgang Boullay, Friedhelm Jungblut.


1. Die Hunsrückrallye
Die Hunsrückrallye war neben der Deutschlandrallye seit Ende der 60er Jahre bis zum Jahr 2000 die herausragende Rallyeveranstaltung in Deutschland. Sie glänzte sowohl mit hervorragender Organisation (Henning Wünsch und sein Team) als auch mit reizvollen und anspruchsvollen Wertungsprüfungen (WPs). Neben der WP Moselland durch die Weinberge waren vor allem die WPs auf der Panzerplatte auf dem Truppenübungsplatz Baumholder mit zum Teil über 40 km Länge (einmal sogar 99 km) das Herzstück der „Hunsrück“. Diese Rallye war ein Wertungslauf zur Deutschen Meisterschaft und der Europameisterschaft (hier mit höchstem Koeffizienten = höchste Wertungszahl). So war es nicht verwunderlich, dass führende Rallyepiloten wie Sandro Munari (inoffizieller Weltmeister (WM) 1977), Björn Waldegaard (1. offizieller WM 1979), Walter Röhrl (WM 1980 und 1982), Ari Vatanen (WM 1981), Stig Blomquist (WM 1984) und viele andere bei dieser Rallye starteten, obwohl sie kein Weltmeisterschaftslauf war. 2001 wurde sie mit der Rallye Deutschland zusammengelegt und ist seit 2002 mit einmaliger Unterbrechung ein Lauf zur Rallyeweltmeisterschaft. Sébastian Loeb dominierte sie bis zu seinem Rücktritt (8mal Sieger in Folge und 9mal Weltmeister von 2004 bis 2012). Abgelöst wurde er von Sébastian Ogier (Sieger von 2013 bis 2016, in diesen Jahren jeweils auch Weltmeister). Herzstück dieses WM-Laufes sind immer noch die WP Panzerplatte und die WP Moselland/Mittelmosel.


2. Der MSC und die Hunsrückrallye
Der Motorsportclub Landsweiler (MSC-L) hat niemals eine „Geschwindigkeitsveranstaltung“ durchgeführt. Der Schwerpunkt lag auf Bildersuch- und Orientierungsfahrten, wie über 20 Veranstaltungen am Buß- und Bettag seit den 80er Jahren mit teilweise über 100 Startern eindrucksvoll belegen. Nichtsdestotrotz bestand bei den Mitgliedern des Vereins ein großes Interesse an Motorsportveranstaltungen anderer Art. Mehrmals besuchte der Verein Formel 1-Läufe am Nürburgring in den 90er Jahren (damals als Michael Schumacher u.a. gegen Damon Hill fuhr). Ein anderer Interessensschwerpunkt waren Rallyeveranstaltungen. So half man den Landsweiler Rallyefahrern Seppel und Martin Brack bei ihren Starts im Service unter dem Oberkommando von Mathias Mees (Mees Matz). So entstand die Idee zum Besuch der Hunsrückrallye, die quasi vor unserer Haustür stattfand. Weltklassefahrer konnten hier hautnah beobachtet werden. 1989 war es zum zweiten Mal soweit. Am 06. und 07. Juli (Donnerstag und Freitag) startete eine Mannschaft in Richtung Hunsrück, ausgerüstet mit dem MSC-Zelt, Verpflegung, Fassbier usw. Die Stimmung unter den Zuschauern war so, wie man es von den 24-Stundenrennen an der Nordschleife des Nürburgrings kennt. Neben dem sportlichen Teil kam das Gesellschaftliche nicht zu kurz. Das MSC-Zelt war beliebter (kulinarischer) Treffpunkt (Chefkoch Wolfgang Boullay; u.a. Lammgulasch) für Zuschauer und Streckenposten (Dibbendeggel). Fast ununterbrochen lief das Stromaggregat (weniger für‘s Licht als zur Bierkühlung). Das Abstellen des Aggregats zu später Stunde wurde mitunter mit Beifall aus den umliegenden Zelten quittiert. An jenem Donnerstag kam ein unerschrockener Heizungsbauer auf die Idee, den Kameraden einen Streckenabschnitt (genauer: Kuppe rechts) vorzuführen, „wie Waldegaard ihn fahren würde“. Die Vorführung sollte in zwei Versuchen stattfinden. Eine erste Demonstration mit einem Beifahrer verlief planmäßig. Die zweite mit zwei Beifahrern war dann noch spektakulärer als bei Waldegaard. Der (serienmäßige) Mazda 323 kam nach einem „Hinkelsteinkontakt“ in einem tiefen Graben auf der Fahrertür liegend zum Stehen. Beifahrer 2 entstieg dem Auto durch die Heckklappe, Beifahrer 1 durch die Beifahrertür. Der Fahrer verließ das Fahrzeug ebenfalls durch die Beifahrertür, nachdem er Zigaretten und Feuerzeug gefunden hatte (Anmerkung: Die Namen der Beteiligten sind der Redaktion bekannt, eine Genehmigung zur Veröffentlichung konnte wegen Zeitmangel nicht erfolgen.). Nach dem ersten Schreck fanden die Teilnehmer ihre gute Laune wieder, wie das danach entstandene Gruppenfoto beweist. Von dieser Story entstand der Witz, der folgendermaßen beginnt: „Du Seppel, haben wir eigentlich eine Teilkaskoversicherung für unseren Mazda?“
Epilog:
Ein Jahr später an gleicher Stelle. Zuschauer unterhalten sich: „Letztes Jahr hättet ihr dabei sein müssen. Da hat ein Verrückter mit Saarbrücker Nummer sich hier auf die Seite gelegt“.

Das Bild wurde von Familie Jochem zur Verfügung gestellt, während Allé Biesel wiederum die Namen und die Hintergründe zur Aufnahme zusammengetragen hat. Vielen Dank dafür!

 

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