Nachruf auf Winfried Bauer


Am Sonntag, dem 03. Mai verstarb unser Sängerkamerad Winfried (Winni) Bauer im Alter von 50 Jahren. Am nachfolgenden Freitag wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen.

1988 trat Winni als aktiver Sänger in den Chor ein und war seitdem eine Stütze des 1. Tenors. In der Generalversammlung vom 23. Januar 1994 wurde er zum Schriftführer gewählt. Diese Aufgabe führte er mit einer kurzen Unterbrechung bis kurz vor seinem Tode aus. Schon bald nach seiner Wahl füllte er dieses Amt mit seiner ihm eigenen Kompetenz und seinem Fleiß in einer bisher nicht gekannten Art und Weise aus. Seine Dokumentationen waren lückenlos und beispielhaft. Seine Pressemitteilungen waren von einem angenehmen Stil geprägt, manchmal mit verschrobenen Redewendungen gewürzt, die sie so unnachahmlich machten. Ebenso charakterisierte ihn ein feinsinniger Humor, der manchmal erst beim zweiten Lesen verstanden wurde und oft auch nur den Beteiligten erschließbar war. Sein profundes Sachwissen als Jurist konnte er mehrmals zum Wohle des Vereins einsetzen.

Ein glückliches Händchen bewies er auch bei der Werbung neuer Sänger. So singen in den Reihen des MGV mehrere Sänger unter 25 Jahren, um die uns manche Nachbarvereine beneiden.

Winni war auch Kenner der klassischen deutschen Literatur. Von einem fast fotografischen Gedächtnis unterstützt, konnte er viele Dichter aus dem Stegreif rezitieren. Er beschränkte sich dabei nicht nur auf einfaches Vortragen, vielmehr setzte er einige dieser Texte szenisch filmreif um. Unvergessen und geradezu legendär sind dabei seine Auftritte als „König von Thule“ (Goethe), auch unter widrigen Umständen wie im Reisebus, im Gasthaus oder im Zelt auf freiem Feld. Den König begleitete er dabei „… gar treu bis an das Grab“, mehrmals unterbrochen von einem winkenden Zeigefinger, der einen kühlenden Schluck Wein orderte (Bier ging auch.).

Gelegentliche Anspielungen auf die eine oder andere Wunderlichkeit begegnete er mit der Gelassenheit und dem Selbstbewusstsein einer gefestigten Persönlichkeit, gleichwohl wissend, dass diese nur so lange anhielten, bis der Betreffende Winnis Qualitäten erkannte und somit eines Besseren belehrt wurde.

Unermüdlich hat er in den zurückliegenden drei Jahrzehnten auch für seine Partei (langjähriger Vorsitzender) und den SV Landsweiler (u.a als Vorsitzender des Fördervereins) gearbeitet. Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung waren die Kränze der Organisationen an seiner Beerdigung. Sechs Fußballer trugen ihn zu Grabe. Der Männergesangverein ehrte seinen Sängerkameraden mit der musikalischen Gestaltung des Sterbeamtes. Auch der Musikverein ließ es sich nicht nehmen, sein förderndes Mitglied mit Kranz und Musik zur letzten Ruhe zu begleiten.

Ausdrücklich gebührt Dank, Respekt und Anerkennung seinen beiden Sängerkameraden Martin Meyer und Ortsvorsteher Thomas Rosport, die ihn in den letzten Wochen seiner Krankheit helfend begleiteten.

Winni Bauer hinterlässt eine große Lücke im öffentlichen Leben von Landsweiler. Mit Sicherheit werden sich noch viele Menschen seiner auch nach Jahren dankbar und mit einem Augenzwinkern erinnern.

Allé Biesel 

 

 

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