Dem Kirchenbesucher in Landsweiler ist die sakrale Kunst von Ernst Brauner immer gegenwärtig. Einmal ist es die große Kreuzigungsgruppe, die ins Auge fällt, aber auch der Altarstein, die Kanzel mit der Hand des Sämanns und die schön geformte Sakramentsstele.Ernst Brauner wurde 1917 im Sudetenland geboren. In seiner Heimatstadt Grulich erfuhr er eine Ausbildung zum Bildhauer. Bedingt durch die Kriegswirren kam er zunächst nach Schleswig-Holstein. 1950 siedelte er ins Saarland um, wo er mit seiner Familie in Landsweiler ansässig wurde. Hier arbeitete er zunächst als Holzschnitzer in einer Möbelfabrik, ab 1955 betätigte er sich als selbstständiger Bildhauer.Ernst Brauner war mit seinem künstlerischen Schaffen über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. Er arbeitete sowohl in Holz als auch in Stein und schuf vornehmlich religiöse Kunst. Er gewann mehrere künstlerische Wettbewerbe. Neben den Kunstwerken in der Landsweiler Kirche zeugen auch die Altarräume in den Kirchen in Grügelborn und Lummerschied von seiner Gestaltungskunst, wobei Altar, Sakramentshäuschen und Kanzel in der Lummerschieder Kirche eine besonders gelungene Komposition sakraler Kunst darstellen.Unzählige einzelne Kunstwerke zeugen von der religiösen Intention seiner Künstlerhand. Als Beispiele seien genannt: Die Schutzmantelmadonna an der Lebacher Pfarrkirche und der Altar in der Püttlinger Klosterkirche. Bei den von ihm geschaffenen Kriegerdenkmälern in mehreren Gemeinden im Saarland, wie in Landweiler, aber auch in Bad Ems und Fulda, hat er das Thema Auferstehung variationsreich gestaltet. Grabsteine entwarf er stets individuell; ohne den materiellen Vorteil zu suchen, blieb er stets seinem Stil und seinem künstlerischen Anspruch treu. In den Straßen und Fluren von Landsweiler erinnern mehrere Wegkreuze und Statuen an sein künstlerisches Schaffen. Ungezählte Holzschnitzarbeiten wie Madonnen, Weihnachtskrippen und anderes fertigte er für private Auftraggeber an. Ernst Brauner arbeitete plastisch gegenständlich. Kunst, und vor allem religiöse Kunst, war für ihn nur insoweit bedeutungsvoll, als eine Rezeption durch den Betrachter möglich ist. In der starken Ausdruckskraft seiner Werke fand seine überzeugt religiöse Einstellung ihren Niederschlag. Mit wachem, kritischen Geist verfolgte er das 2. Vatikanische Konzil und trat engagiert für eine zeitgemäße Interpretation des Evangeliums ein. Dieser Intention fühlte er sich bei seinen Arbeiten verpflichtet.

Jakob Lattwein

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